Diagnose und Therapie leichter aphasischer Störungen

Referent: Holger Grötzbach
Zeit: 22.06.2018; Freitag 09-17.00 Uhr
Ort: Palais am Stadtkanal, Am Kanal 16-18, 14467 Potsdam
140 Euro / 9 Fortbildungspunkte

Seminarnummer: SEM 270

Es ist auch möglich diese Fortbildung zusammen mit der Fortbildung „Diagnose und Therapie ausgeprägter aphasischer Störungen“ zu buchen. Der Paketpreis beträgt 250 € (SEM 272)

Leichte aphasische Störungen stellen therapeutisch zwei Herausforderungen dar: Zum einen erwarten die Betroffenen, dass ihre Störungen schnell und effektiv beseitigt werden. Zum anderen spiegelt sich die Dramatik der sprachlichen Symptome weniger in objektiven Befunden, als vielmehr in der subjektiven Wahrnehmung der Betroffenen wider. So wird nicht selten über Wortfindungsstörungen geklagt, die sich entweder gar nicht oder nur marginal nachweisen lassen.
Die Fortbildung hat das Ziel, beiden Herausforderungen zu begegnen. Dazu werden diagnostische und therapeutische Möglichkeiten vorgestellt, die auf der kontext-sensitiven Aphasietherapie beruhen. In ihr geht es vor allem darum, Aufgaben zu wählen, die sich an den Interessen der Betroffenen orientieren, und von Anfang an auf einen Transfer der geübten Leistungen in den Alltag zu achten. Dies wird insbesondere dadurch erreicht, dass Aufgaben als Ganzes trainiert werden, das repetiert wird, ohne zu wiederholen und dass die sprachliche Umstellungsfähigkeit in den Therapiefokus gerückt wird. Diese Prinzipien werden durch ein hohes sprachliches Anforderungsniveau ergänzt, das jeweils knapp über der Leistungsgrenze eines Betroffenen liegen sollte.

Holger Grötzbach studierte Linguistik, Psychologie und Philosophie in Bonn und Berlin mit den Schwerpunkten Sprach-, Sprech- und Stimm- und Schluckstörungen. Im Anschluss an das Studium arbeitete er drei Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen/Holland.
Danach Wechsel in die Asklepios Klinik Schaufling, zunächst als stellvertretender Leiter und seit über 20 Jahren als Leiter der Abteilung Sprachtherapie. Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen die Diagnose und Therapie neurologisch bedingter Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen, die Umsetzung der ICF in klinische Routinen sowie evidenzbasiertes (sprach)-therapeutisches Arbeiten.
Holger Grötzbach ist Dozent an Universitäten, Fachhochschulen und Berufsfachschulen für Logopädie. Er betreut sowohl Bachelor- als auch Master-Arbeiten und hält regelmäßig Vorträge auf wissenschaftlichen Kongressen. Nebenberuflich gibt er Fortbildungen im In- und Ausland. Seine Publikationsliste umfasst fünf Bücher sowie eine Reihe von Veröffentlichungen über evidenzbasiertes Arbeiten, die ICF und die Neurorehabilitation.


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