Diagnose und Therapie ausgepägter aphasischer Störungen

Referent: Holger Grötzbach
Zeit: 23.06.2018; Samstag 09-17.00 Uhr
Ort: Palais am Stadtkanal, Am Kanal 16-18, 14467 Potsdam
140 Euro / 9 Fortbildungspunkte

Seminarnummer: SEM 271

Es ist auch möglich diese Fortbildung zusammen mit der Fortbildung „Diagnose und Therapie leichter aphasischer Störungen“ zu buchen. Der Paketpreis beträgt 250 € (SEM 272)

Ausgeprägte aphasische Störungen, wie z.B. recurring utterances, Sprachautomatismen oder eine Logorrhö, stellen besondere therapeutische Herausforderungen dar. Denn Betroffene, die unter diesen Symptomen leiden, können sich nur selten aktiv am therapeutischen Zielsetzungsprozess beteiligen. Außerdem gelingt es häufig nicht, einen stabilen (sprachlichen) Kontakt zu ihnen herzustellen. Letztlich sind die kognitiven Fähigkeiten in der Regel ebenfalls stark reduziert. Um dennoch sprachliche Fortschritte zu erreichen, ist Kreativität gefragt, indem unterschiedliche therapeutische Ansätze miteinander kombiniert werden.
Zu den therapeutischen Ansätzen, die in dem Seminar vorgestellt werden, gehören Methoden zur Hemmung automatisierter sprachlicher Elemente, der Aufbau eines konzeptuellen Wissens zur Förderung des Sprachverständnisses, der Einsatz von elektronischen Hilfsmitteln sowie gruppentherapeutische Angebote. Diese Ansätze werden partizipativ erarbeiteten Therapiezielen untergeordnet, bei denen die Teilhabe und die (sprachlichen) Aktivitäten im Vordergrund stehen.

Holger Grötzbach studierte Linguistik, Psychologie und Philosophie in Bonn und Berlin mit den Schwerpunkten Sprach-, Sprech- und Stimm- und Schluckstörungen. Im Anschluss an das Studium arbeitete er drei Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen/Holland.
Danach Wechsel in die Asklepios Klinik Schaufling, zunächst als stellvertretender Leiter und seit über 20 Jahren als Leiter der Abteilung Sprachtherapie. Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen die Diagnose und Therapie neurologisch bedingter Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen, die Umsetzung der ICF in klinische Routinen sowie evidenzbasiertes (sprach)-therapeutisches Arbeiten.
Holger Grötzbach ist Dozent an Universitäten, Fachhochschulen und Berufsfachschulen für Logopädie. Er betreut sowohl Bachelor- als auch Master-Arbeiten und hält regelmäßig Vorträge auf wissenschaftlichen Kongressen. Nebenberuflich gibt er Fortbildungen im In- und Ausland. Seine Publikationsliste umfasst fünf Bücher sowie eine Reihe von Veröffentlichungen über evidenzbasiertes Arbeiten, die ICF und die Neurorehabilitation.


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